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Privates Surfen auf Erwachsenen-Websites: Welche Spuren bleiben – und was hilft?

Ein Besuch auf einer Erwachsenen-Website hinterlässt an zwei Stellen Spuren: in deinem Browser – im Verlauf, in Cookies, bei Downloads und gespeicherten Berechtigungen – und bei den Websites und Werbenetzwerken, die dich dabei erfassen. Gegen die Spuren im Browser helfen der Inkognito-Modus und das gezielte Löschen von Browserdaten. Was Websites selbst über dich erheben, verhindern beide nur zum Teil.

Welche Spuren im Browser entstehen

Spur Wo sie bleibt Was dagegen hilft
Verlauf und Vorschläge in der Adresszeile im Browserprofil, bis du sie löschst Inkognito-Modus; ältere Einträge in den Browserdaten löschen
Cookies und Websitedaten im Browser, bis sie ablaufen oder du sie löschst Inkognito-Modus: Chrome entfernt sie laut Google am Ende der Inkognito-Sitzung
Downloads im Download-Ordner des Geräts nur selbst löschen – laut Google bleiben sie auch nach dem Inkognito-Modus auf dem Gerät
Lesezeichen im Browserprofil keine anlegen – auch Lesezeichen aus einer Inkognito-Sitzung bleiben laut Google erhalten
Erlaubnis für Benachrichtigungen in den Website-Einstellungen des Browsers ablehnen oder in den Einstellungen zurücknehmen; im Inkognito-Modus gibt es laut Chrome-Hilfe keine Benachrichtigungen
Gespeicherte Passwörter und Formulardaten im Passwortmanager und im Profil des Browsers für solche Seiten nicht speichern

Die Angaben zum Inkognito-Modus stammen aus der Chrome-Hilfe von Google. Den privaten Modus anderer Browser hat Love8 nicht im Einzelnen geprüft.

Was der Inkognito-Modus davon abdeckt

Laut Google kann der Inkognito-Modus dazu beitragen, dass dein Surfverhalten auf deinem Gerät privat bleibt. Cookies und Websitedaten speichert Chrome während der Sitzung nur vorübergehend und entfernt sie, wenn die Inkognito-Sitzung endet. Das ist erst der Fall, wenn du alle Inkognito-Fenster geschlossen hast: Öffnest du aus einem Inkognito-Fenster ein weiteres, läuft dieselbe Sitzung dort weiter.

Downloads und Lesezeichen deckt der Modus nicht ab. Und er wirkt nur auf deinem Gerät – an dem, was Websites und Netzbetreiber von deinem Besuch mitbekommen, ändert er nichts. Was ein VPN an dieser Stelle ändert und was nicht, erklärt der Vergleich VPN oder Inkognito.

Was Websites trotzdem über dich erfahren

Werbenetzwerke erfassen laut BSI mit Cookies oder mit Fingerprinting Daten über mehrere Websites hinweg – etwa deinen Standort über die IP-Adresse, zuvor besuchte Seiten und den verwendeten Browser – und legen daraus Profile an, um Werbung gezielt auszuspielen.

Gegen Cookies kannst du etwas tun: im Cookie-Banner ablehnen, was die Seite nicht unbedingt braucht, und Cookies löschen (Cookie-Banner). Beim Fingerprinting dagegen berechnet laut den deutschen Datenschutzaufsichtsbehörden der Server aus Merkmalen deines Browsers – etwa Bildschirmauflösung, Betriebssystemversion und installierten Schriften – einen möglichst eindeutigen und langlebigen Wert. Dafür muss nichts in deinem Browser gespeichert werden; Inkognito-Modus und gelöschte Cookies helfen deshalb nicht (Browser-Fingerprinting).

Werbeblocker sollen laut BSI Tracking verhindern, etwa indem sie das Speichern von Cookies bestimmter Vermarkter blockieren. Zugleich kann laut BSI schon die Information, ob und welcher Werbeblocker eingesetzt wird, in einen Fingerprint einfließen. Ein Mittel, das Fingerprinting verlässlich verhindert, kann Love8 nicht nennen: Anti-Fingerprint-Funktionen einzelner Browser oder das Abschalten von JavaScript hat Love8 nicht getestet.

So hältst du die Spuren klein

  1. Öffne Erwachsenen-Websites in einem Inkognito-Fenster und schließ danach alle Inkognito-Fenster – erst dann endet die Sitzung.
  2. Leg keine Lesezeichen an und lösch Downloads, die nicht auf dem Gerät bleiben sollen.
  3. Erlaube keine Benachrichtigungen. Hast du es schon getan, nimm die Erlaubnis in den Website-Einstellungen zurück (Push-Benachrichtigungen entfernen).
  4. Lehn im Cookie-Banner alles ab, was die Seite nicht unbedingt braucht.
  5. Für frühere Besuche: Lösch Verlauf, Cookies und Cache für den betreffenden Zeitraum in den Browserdaten.
  6. Nutzt du solche Seiten öfter, trenn sie mit einem eigenen Browserprofil von deinem Alltagsprofil – mit eigenem Verlauf, eigenen Cookies und ohne deine gespeicherten Anmeldungen.

Häufige Fragen

Sieht mein Arbeitgeber, was ich im Inkognito-Modus aufrufe?

Möglicherweise ja. Laut Google können Organisationen, die dein Netzwerk verwalten – etwa dein Arbeitgeber, deine Bildungseinrichtung oder dein Internetanbieter –, deine Aktivitäten auch im Inkognito-Modus beobachten. Der Modus regelt nur, was auf deinem Gerät gespeichert wird.

Kann ich Browser-Fingerprinting verhindern?

Verlässlich nicht. Den Fingerprint berechnet der Server aus Merkmalen deines Browsers, deshalb ändern Inkognito-Modus und gelöschte Cookies daran nichts. Was in Deutschland rechtlich dazu gilt und was du tun kannst, erklärt die Seite Browser-Fingerprinting.

Muss ich nach einer Inkognito-Sitzung noch etwas löschen?

Downloads ja: Sie bleiben laut Google auf dem Gerät, bis du sie selbst löschst. Auch Lesezeichen, die du in der Sitzung angelegt hast, bleiben erhalten. Cookies und Websitedaten entfernt Chrome dagegen von selbst, sobald alle Inkognito-Fenster geschlossen sind.

Brauche ich für privates Surfen ein VPN?

Für die Spuren im Browser nicht – ein VPN ändert nichts an Verlauf, Cookies oder Downloads. Es setzt bei der Verbindung an; was es dort leistet und was nicht, steht im Vergleich VPN oder Inkognito.

Weiterführende Themen

Quellen

Was Websites selbst über dich speichern und wie du deine Daten löschen lässt, erklärt der Ratgeber zum Datenschutz auf Erwachsenen-Websites.

Zum Datenschutz-Ratgeber