Glossar · Sicherheit
Malvertising: Was der Begriff bedeutet
Malvertising bezeichnet Schadprogramme, die in Werbebannern versteckt und über Werbung verteilt werden. Die Website selbst enthält dabei laut BSI oft gar kein Schadprogramm, und betroffen sind nicht nur unseriös wirkende Seiten: Oft werden gerade Banner populärer Seiten missbraucht. Anders als bei einem Pop-up, das dir einen Download anbietet, musst du dafür nicht einmal etwas anklicken – hat dein Browser Sicherheitslücken, kann schon das Aufrufen der Seite genügen.
Wie Schadcode in die Werbung gelangt
Websites finanzieren kostenlose Inhalte gern mit Online-Werbung; die Werbeplätze vergeben dabei externe Anbieter. Das BSI beschreibt zwei Wege, auf denen Angreifer dort Schadcode unterbringen:
- Sie kompromittieren bestehende, schlecht abgesicherte Ad-Server – also die Server, über die Werbung ausgeliefert wird.
- Sie kaufen mit gestohlenen Kreditkarten Werbeplätze bei Vermarktern ein.
Der schadhafte Code wird dann über den Ad-Server in den Bannerbereich geladen. Die Seitenbetreiber haben in solchen Fällen laut BSI nur wenig Handhabe.
Wie Werbung dein Gerät angreifen kann
Ohne Klick: über Lücken im Browser
Die Malware im Banner nutzt Lücken im Browser und in seinen Plugins aus; die Infektion geschieht dann durch bloßes Aufrufen der Seite. Allgemein nennt das BSI solche Angriffe Drive-by-Downloads: Durch eine Sicherheitslücke lädt sich das Programm beim Besuch einer Seite selbst auf den Rechner.
Mit Klick: gefälschte Captchas
Captchas sind die kleinen Aufgaben, mit denen Websites Menschen von Bots unterscheiden. Beim gefälschten Captcha öffnet sich nach dem Klick die Aufforderung, zur Verifizierung zusätzlich Tastenkombinationen einzugeben. Genau diese ungewöhnlichen Befehle führen laut BSI das im Hintergrund abgelegte Schadprogramm aus; das Captcha wird dabei nie abgeschlossen.
Das BSI rät: Wer aufgefordert wird, anders als gewohnt mit seinem Gerät zu interagieren, sollte misstrauisch werden – auch wenn sich hinter einem Link aus einer Mail ein Captcha verbirgt.
Mit Klick: Pop-ups mit falschen Updates
Pop-ups sind Fenster, die im Browser Warnungen, Werbung oder Zusatzinformationen anzeigen. Sie können dir aber auch schädliche Downloads oder Webseiten anbieten; wer dann auf den Link klickt, kann sein System infizieren. Fordert dich ein solches Fenster zu einem Update eines Programms auf, obwohl du automatische Updates eingeschaltet hast, deutet das laut BSI auf einen schädlichen Download hin (Pop-ups und falsche Warnungen).
So schützt du dich
- Browser und Plugins aktuell halten. Die Lücken, die Malvertising ausnutzt, stecken im Browser und in seinen Plugins. Sobald ein Hersteller eine Lücke per Update schließt, wissen Angreifer laut BSI, welche Schwachstelle sie ausnutzen können. Diese Methode hat laut BSI üblicherweise Erfolg, weil viele Nutzer Browser-Updates nachlässig installieren.
- Werbeblocker erwägen. Das BSI nennt Ad-Blocker als eine Möglichkeit, sich vor Schadprogrammen zu schützen, die über Werbebanner ausgeliefert werden.
- Bei ungewöhnlichen Aufforderungen abbrechen. Tastenkombinationen für ein Captcha oder ein Update-Fenster trotz eingeschalteter automatischer Updates: Schließ die Seite, statt der Aufforderung zu folgen.
Offenlegung: Auch auf Love8 können Seiten Werbung enthalten. Die Empfehlung des BSI geben wir trotzdem unverändert wieder.
Wenn dein Gerät infiziert sein könnte
Manche Schadprogramme zeichnen laut BSI Zugangsdaten auf und übermitteln sie an Dritte. Das BSI rät deshalb, zuerst das Gerät zu bereinigen und erst danach Passwörter zu ändern und dich über das betroffene Gerät wieder anzumelden – sonst landen auch die neuen Passwörter bei den Angreifern. Wie du dein Konto danach absicherst, steht unter Konto absichern.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Malvertising und einem Pop-up?
Ein Pop-up kann dir einen schädlichen Download anbieten, den du erst anklicken musst. Beim Malvertising steckt der Schadcode im Werbebanner selbst; laut BSI kann die Infektion dann schon durch bloßes Aufrufen der Seite geschehen, wenn der Browser Sicherheitslücken hat.
Passiert das nur auf unseriösen Seiten?
Nein. Laut BSI beschränken sich schädliche Werbebanner nicht auf unseriös erscheinende oder unbekannte Seiten; oft werden gerade Banner populärer Seiten missbraucht.
Hilft ein Werbeblocker?
Das BSI nennt Ad-Blocker als eine Möglichkeit, sich vor Schadprogrammen aus Werbebannern zu schützen. Updates für Browser und Plugins bleiben trotzdem wichtig, weil Malvertising Lücken in genau diesen Programmen ausnutzt.
Weiterführende Themen
Quellen
- Adblocker & Tracking – Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI); abgerufen am 1. Oktober 2026.
- Der Browser – Gefahren und Risiken – Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI); abgerufen am 1. Oktober 2026.
- Umgang mit Passwörtern – Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI); abgerufen am 1. Oktober 2026.
- Hinweis im Seitenfuß von Love8 – eigene Angaben von Love8.
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