Sicherheit · Werbung
Falsche Buttons und Weiterleitungen erkennen
Auf werbefinanzierten Pornoseiten können neben dem Player Werbeflächen sitzen, die wie „Play“- oder „Download“-Buttons aussehen. Ein Klick darauf öffnet eine fremde Seite: eine Anzeige, eine gefälschte Warnung, ein Abo-Formular oder einen Download. Den echten Button erkennst du an seiner Position und an der Adresse, auf die er zeigt.
Woran du einen falschen Button erkennst
- Er sitzt außerhalb des Players. Der echte Play-Knopf gehört zum Videobereich; falsche Buttons stecken in Bannern darüber, darunter oder daneben.
- Er zeigt auf eine fremde Adresse. Fahr am Computer mit der Maus über den Button, ohne zu klicken: Der Browser zeigt am unteren Fensterrand an, wohin der Link führt. Gehört die Adresse nicht zur Seite, auf der du bist, ist es Werbung.
- Er will einen Download. Ein „Download“-Button auf einer Seite zum Streamen oder ein angebliches „Player-Update“ ist ein Warnsignal. Fordert dich ein Fenster zu einem Update auf, obwohl du automatische Updates eingeschaltet hast, deutet das laut BSI auf einen schädlichen Download hin.
- Größe und Blinken sagen nichts. Ein besonders großer oder blinkender Button ist kein Zeichen dafür, dass er echt ist.
Was bei einer Weiterleitung passiert
Eine Weiterleitung schickt dich nach dem Klick auf eine andere Seite, manchmal über mehrere Zwischenstationen. Das allein heißt nicht, dass dein Gerät infiziert ist. Riskant wird es, wenn du auf der Zielseite etwas installierst, Daten eingibst oder einer ungewöhnlichen Aufforderung folgst.
Ganz ohne Klick kommt dagegen Malvertising aus: Laut BSI kann Schadcode in Werbebannern Lücken im Browser und in seinen Plugins ausnutzen; die Infektion geschieht dann schon durch das Aufrufen der Seite. Ein aktueller Browser gehört deshalb zu jedem Schutz (Malvertising).
Was hinter dem Klick stecken kann
- eine Kopie einer bekannten Plattform, die Zugangs- oder Kartendaten abgreifen will (Fake-Pornoseiten erkennen),
- eine gefälschte Virenwarnung, die dir ein Programm aufdrängt (Pop-ups und falsche Warnungen),
- ein gefälschtes Captcha, das dich zur „Verifizierung“ eine Tastenkombination eingeben lässt – laut BSI startet genau diese Eingabe ein im Hintergrund abgelegtes Schadprogramm,
- ein Formular, hinter dem ein Abo steckt (Abo-Fallen erkennen),
- eine Anfrage, dir Benachrichtigungen schicken zu dürfen (Push-Benachrichtigungen loswerden).
Wenn du versehentlich geklickt hast
- Schließ den neuen Tab über die Tab-Leiste, nicht über Knöpfe auf der Seite.
- Gib nichts ein, bestätige nichts und erlaube keine Benachrichtigungen.
- Hat der Browser eine Datei heruntergeladen, öffne sie nicht, sondern lösche sie.
- Hast du sie schon geöffnet oder etwas installiert, untersuch dein Gerät mit einem aktuellen Virenschutzprogramm, wie es das BSI bei einem Verdacht empfiehlt. Mit dem Ändern der Passwörter wartest du nach dem Rat des BSI, bis das Gerät bereinigt ist: Manche Schadprogramme zeichnen Zugangsdaten auf (Konto absichern).
Was ein Werbeblocker leistet
Werbeblocker sorgen laut BSI dafür, dass Werbung in Form von Bildern, Videos oder Pop-ups nicht angezeigt wird, und das BSI nennt sie als eine Möglichkeit, sich vor Schadprogrammen aus Werbebannern zu schützen. Weil falsche Buttons Werbung sind, verschwinden sie mit – soweit der Blocker sie erkennt. Auch Love8 zeigt Werbung; die Empfehlung gilt trotzdem.
Achte bei der Wahl darauf, dass der Werbeblocker selbst keine Nutzerprofile anlegt und keine Daten wie besuchte Seiten an Dritte weitergibt – das nennt das BSI als Anforderung. Den Pop-up-Blocker deines Browsers lässt du eingeschaltet: Pop-ups lassen sich laut BSI über den Browser meist vollständig blockieren.
Häufige Fragen
Warum öffnen sich auf Pornoseiten ständig neue Tabs?
Dahinter kann ein Werbeformat stecken, das einen Klick irgendwo auf der Seite in einen neuen Tab oder ein Fenster hinter dem aktuellen umleitet (Pop-under). Schließ solche Tabs, ohne dort etwas anzuklicken. Öffnen sich Werbefenster auch auf Seiten, auf denen das sonst nicht passiert, kann laut BSI Adware auf deinem Gerät die Ursache sein.
Mein Browser landet auch ohne Klick auf fremden Seiten – woran liegt das?
Landest du statt auf deiner Startseite oder der eingegebenen Adresse auf fremden Werbeseiten, spricht das BSI von Browser-Hijacking. Verantwortlich sind laut BSI kleine Programme, die den Browser unter ihre Kontrolle bringen; das Problem liegt dann auf deinem Gerät und nicht bei einer einzelnen Website.
Ist Werbung auf bekannten Seiten ungefährlich?
Nicht automatisch. Laut BSI beschränken sich schädliche Werbebanner nicht auf unseriös erscheinende oder unbekannte Seiten; oft werden gerade Banner populärer Seiten missbraucht.
Weiterführende Themen
Quellen
- Der Browser – Gefahren und Risiken – Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI); abgerufen am 1. Oktober 2026.
- Adblocker & Tracking – Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI); abgerufen am 1. Oktober 2026.
- Umgang mit Passwörtern – Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI); abgerufen am 1. Oktober 2026.
- Hinweis im Seitenfuß von Love8 – eigene Angaben von Love8.
- Schadprogramme – Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI); abgerufen am 1. Oktober 2026.